Licht teilen



Gerade in den dunkelsten Tagen mit den längsten Nächten des Jahres soll das Weihnachtsfest die Wende der Zeit markieren. Für Christinnen und Christen wurden durch die Geburt Jesu die Verheissungen der Propheten erfüllt, dass sich mit ihm Frieden und Gerechtigkeit durchsetzen. Als ob Jesaja in die Dunkelheiten unserer Zeit hineinsprechen würde, hören sich die alten Worte an. Sie malen damals wie heute sehnsuchtsvolle Bilder vom Messias, der den Menschen Heil und Frieden bringt, Gewalt und Krieg beendet:
Das Volk, das in der Finsternis geht, hat ein grosses Licht gesehen, die im Land tiefsten Dunkels leben, über ihnen ist ein Licht aufgestrahlt. Denn das Joch, das auf ihnen lastet, und den Stab auf ihrer Schulter, den Stock dessen, der sie treibt, hast du zerschmettert.
Jeder Stiefel, der dröhnend aufstampft, und der Mantel, der im Blut geschleift ist, der wird brennen, wird ein Frass des Feuers sein. Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und auf seine Schulter ist die Herrschaft gekommen. Und er heisst: Wunderbarer Ratgeber, Heldengott, Vater für alle Zeit, Friedensfürst. Die Herrschaft wird grösser und grösser, der Friede ist grenzenlos; er gründet sein Reich fest und stützt es durch Recht und durch Gerechtigkeit, von nun an für immer.
nach Jesaja 9,1-6*
Wann diese Verheissungen ganz erfüllt werden und unsere Sehnsucht nach Frieden gestillt wird? Oder haben am Ende rohe Gewalt und Besitzansprüche doch die Oberhand?
Friede beginnt im Kleinen, im Hier und Jetzt, in unseren Familien, Dörfern und Städten, in unserem Land, im Vertrauen, dass er allein dann entsteht, wenn jeder und jede mit eigener Kraft dazu beizutragen willig ist.
Die Kerze auf unserem Plakat lädt dazu ein, Licht zu teilen, es vertrauensvoll und mutig weiterzugeben, dass gross werde, was klein und zart beginnt.
Das Friedenslicht aus der Geburtsgrotte in Bethlehem wird auch in unserer Region in vielen Gottesdiensten weitergegeben. Es lädt Menschen ein, einen einfachen und ganz persönlichen Beitrag zum Frieden zu leisten und die Verbundenheit mit allen Menschen am Geburtsort Jesu Christi zu zeigen. „Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens“ verkündete der Engel den Hirten auf dem Feld nach der Geburt Jesu. Diese Botschaft möchte das Friedenslicht auch heute in die Welt hinaustragen – über alle sozialen, religiösen und politischen Grenzen hinweg. Das Licht wird von Mensch zu Mensch weitergeschenkt, vermehrt sich und bleibt doch immer dasselbe Licht. Das Friedenslicht aus Bethlehem setzt ein Zeichen der Hoffnung, dass Friede wird, wenn alle Menschen bereit sind, auf die Verletzlichkeit des Kindes in der Krippe zu achten. Sind auch Sie dabei und teilen das Licht der Hoffnung?
Frohe, zeichensetzende Festtage und einen guten Start in ein zuversichtliches, neues Jahr wünschen


Im Auftrag der reformierten Bezirkssynode Solothurn:

Dorothea Neubert, Pfarrerin in Aetingen-Mühledorf / Gestaltung, Bossard-Grafik, Lohn-Ammannsegg