Plakataktion




Behütete Ferien!

 

Wo verbringen Sie in diesem Jahr Ihre Ferien? Mussten Sie diese umplanen oder gingen Ihre Pläne – an der Corona-Pandemie vorbei – auf? Vielleicht ändert sich ja auch nichts?

Nachdem wir durch den Lockdown ab Frühling 2020 die nähere Umgebung (den eigenen Garten, die Nachbarschaft über den Gartenhag hinweg, den Wald und die Fluren vor unserer Haustür) geniessen konnten, darf nun offiziell der Sommer in einem etwas weiteren Radius verbracht werden. Der Schweizer Tourismus wirbt für «Ferien im eigenen Land». Die hiesigen Restaurants haben Freude daran, wenn sie in ihren lauschigen Gärten, an Tischen, die an See- und Flussufern oder in gemütlichen Altstadtstrassen (alle in gebührendem Abstand!) stehen, wieder Gäste bewirten können und «nach Corona» nicht noch ein «Sommerloch» zu verkraften haben. Ferien zuhause haben ihren eigenen Charme und viele Vorteile: z.B. ist das oft lästige Ein- und Auspacken nicht notwendig – es kann deswegen auch nichts vergessen werden! Ebenso muss niemand organisiert werden, der die Pflanzen in Haus und Garten giesst. Nicht zuletzt geben solche Ferien die Möglichkeit, bisher Unbekanntes in nächster Umgebung zu entdecken und das Zuhause nicht nur als Alltagsort zu nutzen.

Sommer bedeutet für mich, viel Zeit draussen zu verbringen. Der Ort dieses «Draussen» ist für mich eher zweitrangig. Hauptsache, ich kann die langen Tage, die lauen Abende und lauschigen Nächte so gut es geht im Freien geniessen. Das tut mir gut – und da kann ich für den Winter auftanken. Geht es Ihnen auch so?

Ich wünsche Ihnen für die Sommerzeit Gottes Schutz und Schirm, behütetes Unterwegssein, freudiges Zuhausesein und gelingendes Auftanken an Leib und Seele. Alles möge in guter Distanz (!) zu dem sein, was der Alltag mit sich bringt. Möge Gott Sie mit seinem Segen begleiten.

Ein irischer Reisesegen (den es auch als Lied gibt!) formuliert den Segenswunsch auf bildreiche und auch humorvolle Weise. Diesen gebe ich Ihnen gerne für Ihr (leichtes) Reisegepäck in den Sommer mit:

Möge die Strasse uns zusammenführen und der Wind in Deinem Rücken sein;

sanft falle Regen auf Deine Felder und warm auf Dein Gesicht der Sonnenschein.

Führe die Strasse, die Du gehst, immer nur zu Deinem Ziel bergab; hab´, wenn es kühl wird, warme Gedanken und den vollen Mond in dunkler Nacht.

Hab' unterm Kopf ein weiches Kissen, habe Kleidung und das täglich Brot;

sei über vierzig Jahre im Himmel, bevor der Teufel merkt: Du bist schon tot.

Bis wir uns 'mal wiedersehen, hoffe ich, dass Gott Dich nicht verlässt;

er halte Dich in seinen Händen, doch drücke seine Faust Dich nie zu fest.

Und bis wir uns wiedersehen, halte Gott Dich fest in seiner Hand!

Und bis wir uns wiedersehen, halte Gott Dich fest in seiner Hand!


Dorothea Neubert, Pfarrerin in Aetingen-Mühledorf