Vision Kirche 21













Ein tolles Kirchenfest "Doppelpunkt 21"


Abschluss und Aufbruch zugleich: die Gemeinden der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn haben für ihre Zukunft neue Leitgedanken entwickelt. Bevor diese nun in die Tat umgesetzt werden sollen, feierten mehrere tausend Gläubige am Sonntag, 10. September 2017 in Bern ein grosses Kirchenfest.

    

Der Anlass mit neun Gottesdiensten, davon einer auf dem Bundesplatz, stand unter dem Motto "Doppelpunkt". Doppelpunkt deshalb, weil es ein Vorher und ein Nachher gibt, wie die Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn (refbejuso) in einer Mitteilung schreiben.

  

Die reformierten Kirchen stehen vor grossen Herausforderungen. So kämpfen sie beispielsweise seit Jahren mit Mitgliederschwund. 2013 startete refbejuso einen Erneuerungsprozess ausgehend von der Frage "wie und wann ist die Kirche zukunftsfähig?". Am Ende des Prozesses stehen nun die Vision "Von Gott bewegt. Den Menschen verpflichtet." sowie sieben Leitsätze.

  

Dazu gehören etwa Sätze wie "Vielfältig glauben - Profil zeigen" oder "Bewährtes pflegen - räume öffnen". Die Kirchenregierung versteht sie als Auftrag und Aufforderung, "sich in Bewegung zu setzen", wie refbejuso weiter schreibt. Damit ist das Nachher angesprochen: die Umsetzungsarbeit.

  

Bevor diese in Angriff genommen wird, wollten die Reformierten gemeinsam innehalten und feiern. Die neuen Leitideen sind laut refbejuso "eine Herausforderung zu Veränderungen, um mehr zu wagen".

  

Vor diesem Hintergrund waren auch die insgesamt neun unterschiedlich ausgerichteten Gottesdienste zu sehen, mit denen die Reformierten am Wochenende die Feierlichkeiten begannen. Der Bogen spannte sich vom klassischen Gottesdienst über den sozialethisch geprägten, den schöpfungsorientierten bis hin zum gesellschaftsfokussierten.

  

Auch Gottesdienste für Familien und Kinder und für Jugendliche standen in diversen Berner Kirchen auf dem Programm. Am augenfälligsten dürfte wohl der Gottesdienst auf dem Berner Bundesplatz gewesen sein, der vor vollen Rängen stattfand. Die Predigt hielt Paul Kleiner, der bis August 2017 Rektor des Theologisch-diakonischen Seminars TDS Aargau war. Umrahmt wurde die Feier mit Tanz und Musik.

  

Nach dem Gottesdienst stand auf dem Berner Waisenhausplatz ein Risottoessen auf dem Programm. Für den Nachmittag war eine Visionsfeier vorgesehen, eröffnet durch ein "Wort zum Sonntag ... Nachmittag" vom Berner Schauspieler und Komiker Massimo Rocchi.

  

Auch ein Chor der tausend Stimmen gab sein erstes und einziges Konzert - mitsingen erlaubt. Der Chor rekrutierte sich aus Frauen, Männern und Kindern aus Kirchenchören und Singgruppen. Singen stifte Gemeinschaft und das sei ganz im Sinne der neuen kirchlichen Vision, zeigte sich Chorleiter und Pfarrer Simon Jenny überzeugt.

  

Zahlreiche Kirchgemeinden organisierten Fahrgelegenheiten zum Kirchenfest in Bern. Die Kirchgemeinde Wohlen organisierte gar eine Wandergruppe, die zu Fuss ans Kirchenfest marschieren wollte.