Plakataktion: Behütete Ferien wünschEn wir ihnen allen!



Haben Sie in diesem Jahr ein Sommer-Reise-Ziel? Wenn ja: Welches?

Ist es das Meer oder sind es die Berge? Steht Erholung oder Aktivität auf dem Programm? Besuchen Sie gerne Städte und Museen oder fühlen Sie sich in der Natur wohl? Übernachten Sie im Hotel, in einer Finca oder im Zelt? Mit welchem Verkehrsmittel reisen Sie und was haben Sie alles im Gepäck? Sind Sie eher ein Nord- oder doch ein Südländer?

Oder: Geniessen Sie am liebsten den eigenen Garten und ersparen sich damit, dem Nachbarn einen Auftrag für’s Giessen der Pflanzen zu erteilen – und nutzen „so nebenbei“ viele attraktive Freizeit- und Kulturangebote in unserer Region?

 

Im Sommer verfolgen wir ganz verschiedene Ziele und gestalten ihn diesen entsprechend. Ich frage mich aber auch: Haben wir alle doch nur ein Ziel: Abstand vom Alltag, Seele baumeln lassen, Erholung, Kraft tanken, Horizonterweiterung…?

 

In unseren Kirchen gibt es in den Sommermonaten auch ein anderes Programm als in den restlichen Kirchen-Jahres-Zeiten: Hier und dort feiern wir open-air-Gottesdienste mit anschliessendem Grillplausch, es gibt Ausflüge und Reisen – für Jugendliche, jung Gebliebene und Senioren aller Couleur.

Im Sommer sehen für mich die Kirchen und ihre Programme manchmal so aus, als seien sie auf dem Zeltplatz: „Wir haben hier keine bleibende Stadt….“. Ein gutes Merkmal für christliches Leben!

 

Schon im Alten Testament wird davon berichtet, dass das Volk Gottes als Nomaden unterwegs war. Die Israeliten zogen mit ihren Schaf-und Ziegenherden von Weidestelle zu Weidestelle. Immer, wenn der Platz kein Futter mehr hergab, brachen sie auf und suchten einen nächsten Weideplatz. Das Unterwegssein und die dazugehörige Unsicherheit begleitete sie täglich. Sie setzten ihr Vertrauen ganz in Gott – er würde für sie sorgen!

 

Wäre das nicht ein Ziel für unseren Sommer: Im äusseren und inneren Unterwegssein, in der Unsicherheit allen Lebens, das Vertrauen in Gott nicht zu verlieren, sondern auf sein „Mit-Sein“ zählen, dass er uns an Rastplätze führt, die uns nähren und stärken für unseren Lebensweg?

 

Ist das ein erreichbares Ziel oder zu hoch gesteckt? Zumindest müssen wir zum Erreichen dieses Zieles keine Koffer packen, sondern einfach nur offen bleiben für das, was uns täglich geschenkt wird.

 

Eine in diesem Sinne behütete Ferien- und Sommerzeit wünscht Ihnen

 

Dorothea Neubert, Pfarrerin in Lohn-Ammannsegg