Stitung Kinderheime Solothurn



Seit mehr als 60 Jahren gibt es die Stiftung Kinderheime Solothurn. Was als Grossfamilie angefangen hat, ist heute professionell organisiert. Stiftungsratspräsident Ruedi Köhli erzählt, weshalb er die Stiftung präsidiert und es immer noch Kinderheime braucht:


Huus am Schärme, Hägendorf

"Am 01. März 1956 unterschrieben die Damen Elisabeth Schäfer-Flügel und Priscilla Grob-Gelzer vom Verband reformierter Frauenvereine des Kantons Solothurn und die Herren Paul Stuber-Fuhrer und Max Hunziker-Hofer vom Verband evangelisch-reformierter Kirchgemeinden des Kantons Solothurn vor dem Notar Hans Wertmüller in Solothurn die Stiftungsurkunde und gründeten damit die „Stiftung evangelisch reformierte Kinderheime des Kantons Solothurn“.


Böglihuus, Derendingen

Das Stiftungskapital, der grosse Einsatz der reformierten Frauenvereine und der Kirch-gemeinden und der Eingang von Spenden machten es möglich, dass bereits im Jahr 1960 die ersten Kinder im Huus am Schärme in Hägendorf einziehen konnten. Das Böglihuus in Derendingen nahm im Jahr 1992 den Betrieb auf. Parallel zu den Veränderungen in der Heimlandschaft wurden die beiden „Grossfamilien“ in sozialpädagogische Institutionen umgewandelt und haben sich heute im Kanton Solothurn als professionelle Kleinheime im nicht IV-Bereich klar positioniert. Mit der grundlegenden Umstrukturierung im Sommer 2003 hat sich die Stiftung einen neuen Namen gegeben und die beiden Heimleitungen in eine Geschäftsführung umgewandelt. Alle Details können Sie in der Jubiläumsschrift von 2006 auf unser Homepage nachlesen.

http://www.skso.ch/pdf/Broschuere_Jubi_50_SKSO_2006.pdf


Im Herbst 2004 antwortete die Stiftung auf ein immer grösseres Bedürfnis nach Aufnahme von Jugendlichen ab 16 Jahren mit dem Projekt „Begleitetes Wohnen“. Zu Beginn wurden an zwei Standorten im Kanton Jugendliche beiderlei Geschlechts in Wohngemeinschaften teilbegleitet und auf ein selbständiges Wohnen trainiert.


Begleitetes Wohnen, Wangen b O

Die Schweiz ratifizierte die UN-Kinderrechts-charta im Jahr 1997. Ab dann setze in der Gesellschaft ein Umdenken zur Fremdplatzierung von Kindern ein. Die Stiftung reagierte darauf mit der Haltung «ambulant vor stationär» und betreut ab Sommer 2011 Familien mit Kindern auch zu Hause in ihren Wohnungen und bietet Jugend-lichen ein spezifisches «Berufscoaching» an. Diese ambulante Familienbegleitung wurde weiter ausgebaut und hat zum Ziel, Familien und Jugendliche zu stärken und damit Platzierungen in Heimen möglichst zu verhindern.

.

Für die stationären Angebote der Stiftung bedeutet dies zeitweise ein Rückgang der Platzierungen. Dieser Umstand hat im Sommer 2017 zur Schliessung der Wohngruppe Grenchen/Derendingen geführt. Heute führen wir nur noch eine Wohngruppe für Jugendliche in Wangen bei Olten.

Generell ist die Auslastung heute, im Jahr 2019 starken Schwankungen unterlegen. Für die Geschäftsführung bedeutet dies, sehr rasch eine Balance zwischen Personalressourcen und Auslastung zu erreichen. Eine anspruchsvolle Aufgabe….

Die Grundhaltung «ambulant vor stationär» bringt mit, dass wir in der stationären Kinder- und Familienhilfe ausschliesslich mit sehr herausfordernden Themen konfrontiert sind.  Eine solide Ausbildung und ständige Weiterbildungen sind für die Mitarbeitenden Pflicht.

 

Aktuell stellen wir fest, dass «Notfallplatzierungen» stark zugenommen haben, was uns im Jahr 2018 in den Kinderheimen Huus am Schärme und Böglihuus an unsere Kapazitätsgrenze führte. Und wieder gilt es, die Angebote zu prüfen und sich den Veränderungen anzupassen- ein andauernder Prozess!

 

Die Stiftung Kinderheime Solothurn hat sich gut entwickelt. Sie war und ist immer bestrebt, am Puls der Zeit ihren Beitrag für die Gesellschaft zu leisten.
Wir blicken auf mehr als 60 Jahre Bestehen zurück und können feststellen, dass die Saat, welche die Gründerfrauen gelegt haben, aufgegangen ist und «die Pflanze gedeiht.»

Ruedi Köhli im April 2019, Präsident des Stiftungsrates



 



Website der Stiftung Kinderheime Solothurn